Advents – ABC

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W- wie Weihnacht!

Was bedeutet Weihnachten für den Menschen heute?

Ein Freund schrieb mir:

Die Botschaft von Weihnachten, die Gottesgeburt, reicht viel tiefer als das Faktum einer historischen Geburt. Der Text von Angelus Silesius deutet die Richtung an, wohin unsere Suche, unsere Sehnsucht uns führen mag.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du wärest ewiglich verloren.”     (Angelus Silesius)

Es geht um die Gottesgeburt in uns, damit verbunden, um unsere eigene Menschwerdung oder um die „Göttlichkeit“ eines jeden Menschen. Es geht nicht um eine einmalige Geburt zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort, sondern um eine Geburt, die überall und in jedem Augenblick stattfinden kann – nämlich in mir!                                                  Die Voraussetzung dieser „Gottesgeburt“ ist sozusagen der Tod meiner egoistischen Wünsche, meiner selbstgemachten Gottesbilder, aber auch jener Bilder, die ich mir vom Menschen und mir selber gemacht habe. Im Grunde geht es darum, mich freizugeben von allem, was mich daran hindert, ich selbst zu sein und mein wahres Selbst zu erfahren und zu erkennen.

Die Frage stellt sich dann, was denn bleibt von mir oder wer ich dann bin, wenn alles Zufällige wegfällt, wenn nicht mehr zählt, was ich geleistet habe, wenn nicht mehr wichtig ist, was ich vor den Menschen gegolten habe?                                                                           Eine mögliche Antwort gibt das „Kind in der Krippe“. Es ist das Symbol meines wahren Wesens. Es bedeutet, befreit zu sein von allem Gedachten und Geglaubten, ein bedingungsloses Vertrauen in das Leben, in Gott zu haben! Es bedeutet frei zu sein vom zwanghaften Groß-sein-wollen und -müssen.                                                                           Denn das Kind hat ja nichts vorzuweisen – keine Leistung, nichts Nützliches; es hat nichts zu Eigen! Es ist nur es selbst und erinnert mich immer wieder aufs Neue, dass das, was ich zutiefst bin, unendlich mehr ist als alles, was ich sonst vorzuweisen hätte. Ich kann das Kind nur um seiner selbst willen lieben; und aus dieser Liebe lebt es.

Das ist das Geheimnis des Kindes und die wahre Botschaft von Weihnachten: bedingungslose Güte und Zuwendung, zu lieben, da zu sein, frei zu sein – ohne Warum!

Fröhliche Weihnachten Ihnen allen!                                  Ihre Pfarrerin  Sabine Decker

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DSC_0178V - wie Vater!

Wieso sprechen wir von Gott, dem Vater? Was bedeutet das für das Menschenbild?

Jesus hatte ein außergewöhnliches Verständnis von Gott. Er nannte ihn seinen Vater (hebräisch: “Abba”, was vom hebräischen her noch mehr das liebevolle Verhältnis deutlich macht, wie “Vati” oder “Papa” in unserer Sprache). Die liebevolle Beziehung stand im Mittelpunkt seines Gottesverhältnisses. Er hat den Menschen von der Liebe Gottes erzählt und sie deutlich vor Augen gestellt durch seine Taten und Heilungen. Er hat sie aufgefordert, doch Vertrauen zu haben zu Gott und so ihre Angst loszulassen, die Angst um sich selbst, davor zu kurz zu kommen und vor dem Tod. Die Liebe Gottes ist der Ausgangspunkt der Veränderung des Menschen. Wenn Gott, der Urgrund des Lebens mir mit Liebe begegnet, mich im Menschsein versteht, Verfehlungen verzeiht und mir immer wieder einen neuen Anfang schenkt, dann kann auch ich lieben und anders leben, erfüllter und voller Vertrauen!

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                       Ihre Pfarrerin  Sabine Decker

 

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DSC_0178U – wie Umdenken, wie Umkehr!

Warum und wie sollen wir umdenken? Was bedeutet Umkehr?

Jesus beginnt seine öffentliche Wirksamkeit mit dem Ruf zur Umkehr, zum Umdenken!                                           Martin Luther übersetzt: “Tut Buße und glaubt an das Evangelium!” (Mk.1,15) Das griechische Wort metanoia kann übersetzt werden als Umdenken und Umkehr oder auch als Buße, was heute aber nicht mehr als Erneuerungsmöglichkeit verstanden wird.                       Jesus wollte die Menschen dazu bewegen loszukommen von der Selbstsucht und Eigenliebe und ihr Vertrauen in Gott und die Menschen zu stärken. So kann die Frohmachende Botschaft (Evangelium) die Herzen und die Welt, in der wir leben, verändern. Menschen, die sich an Jesu Vorbild orientiert haben und den Mut aufbrachten den Weg der Nächsten- und Gottesliebe zu gehen haben die Welt zum Positiven verändert.                                                                 Florence Nightingale, Martin Luther King, Nelson Mandela, Mutter Theresa sind nur einige berühmte Beispiele wie Christen für die menschliche Gemeinschaft wirkten. Es ging Ihnen nicht um die eigene Sicherheit, das eigene Fortkommen oder den eigenen Wohlstand, sondern sie hatten wirklich umgedacht und haben in der Verantwortung vor Gott, ihrem Nächsten zugewandt und mit tatkräftigem Engagement viel Gutes in der Nachfolge Jesu bewirkt.  Auch uns gilt der Ruf zum Umdenken und zur Umkehr!

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                                    Ihre Pfarrerin  Sabine Decker

 

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DSC_0178T – wie Trinität!

Was bedeutet Trinität? Warum glauben Christen an die Trinität?

Trinität heißt Dreieinigkeit oder auch Dreifaltigkeit und versucht Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist in ihrer Einheit zu beschreiben. Der Begriff findet sich nicht in der Bibel, wurde aber seit dem Konzil von 325 immer gebräuchlicher.                                                                      Dabei ist es wichtig zu wissen, Christen glauben nur an einen Gott.                                                                                Gott, der viel größer ist als unser Fassungsvermögen, hat sich den Menschen offenbart und kann auf dreifache Weise erfahren werden: als Schöpfer,   in Jesus Christus und im Heiligen Geist.  In der Trinitätslehre wird auch von Gott in drei Personen gesprochen. Person, der Begriff kommt aus dem griechischen Schauspiel und hat sich im Laufe der Jahrhunderte in seiner Bedeutung verändert. Eigentlich bezeichnete er die Maske durch die die Darsteller ihre Rolle sprachen. Das Wort Person setzt sich zusammen aus per (durch) und  sonare (tönen) und heißt eigentlich: durchtönen! Also tönt Gott auf dreifache Weise durch, auf drei Arten können wir ihn erfahren, und doch ist es ein und derselbe Gott.

So tönt mein Wesen z.B. auch durch, ob ich nun als Tochter,  Schwester oder Tante agiere; meine Mutter, meine Geschwister und Neffen und Nichten spüren doch, das ich es bin.

Gottes Liebe zu den Menschen können wir durch die Schöpfung, Jesu Leben, Sterben und Auferstehen und durch den Heiligen Geist, der uns Mut, Kraft und Trost schenkt, erfahren!

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                                     Ihre Pfarrerin  Sabine Decker

 

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DSC_0178S – wie Stern!

Gibt es Hinweise, dass der Stern von Bethlehem tatsächlich eine besondere Himmelserscheinung war? Warum werden Strohsterne als Weihnachtsschmuck gebastelt?

Seit Jahrhunderten wird das Phänomen des Sterns von Bethlehem untersucht. Natürlich gibt es die verschiedensten Hypothesen. Der österreichische Astronom Konradi Ferrari dÒcchieppo untersuchte z.B. babylonische Keilschriften und berechnete für den Nachthimmel um 7 v. Chr. über Babylon und Bethlehem: “Jupiter und Saturn schienen plötzlich zu verschmelzen, dann sich rückwärts zu bewegen und schließlich im Gegensatz zu den übrigen Sternen stehenzubleiben.” Saturn galt als Stern der Juden und Jupiter als Königlicher Planet. Die Weisen hatten am Himmel das Horoskop eines außergewöhnlichen Menschen gelesen und zogen los, dieses Geschöpf mit eigenen Augen zu sehen.

Sterne aus Stroh werden gern als Christbaumschmuck gebastelt, weil das Stroh im Stall und in der Krippe das natürlichste der Welt ist und Jesus als Kind darauf gebettet wurde. Stroh und Stern sind ein Zeichen der Verbindung von Weltlichem und Himmlischen, die uns anschaulich vor Augen stehen.

Gott wird Mensch, arm, hilflos und klein! Er kommt nicht als pompöser Machthaber mit allem weltlichem Prunk, sondern fast unbemerkt und scheinbar machtlos. Doch wer ihn entdeckt und nachfolgt, wird wahrhaft leben, Herrlichkeit (Stern) in Niedrigkeit (Stroh) verbunden erfahren.

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                                      Ihre Pfarrerin  Sabine Decker

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R – wie Retter!

Was ist ein Retter? Wieso ist Jesus Christus der Retter?

Ein Retter rettet aus einer Not, Gefahr oder unübersichtlichen Situation!                                                 Heute nehmen wir es oft als selbstverständlich, dass unser Leben gut verläuft, wir uns verstehen und verstanden werden! Wir Hilfe erfahren, wenn wir krank oder in Not sind und uns ein Neuanfang möglich ist, wenn wir etwas falsch gemacht haben.

Doch so selbstverständlich ist dies nicht. Eine Gesellschaft kann sich nur entwickeln und bestehen, wenn es einen Konsens gibt. Ein Grundverständnis darüber, was richtig und was falsch ist und welche Stellung, welche Aufgabe ein jeder in der Gemeinschaft zu erfüllen hat.  Dies kann durch äußere Gewalt oder innere Einsicht durchgesetzt werden.                                                                                                                                                             Durch die Reformation hat sich die westliche Gesellschaft enorm entwickelt.  Jeder und jede sollte die Bibel lesen können, deshalb gab es bald die Schulpflicht in allen evangelischen Ländern.  Wer die Bibel las, wusste sich selbst verantwortlich vor Gott. Konnte sich orientieren an Jesu Leben und seinen Lehren, wie Leben gelingt, was Gott sich für die Menschen und das menschliches Miteinander gedacht hat: Dass Liebe und Vertrauen die Grundlage des erfüllten, gottgefälligen Lebens ist;  Dass Jeder und Jede gleichberechtigt vor Gott ist und dazu berufen ist, seinen Teil zur Menschlichkeit beizutragen; Dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, damit jeder Mensch gerettet werde!                                                                                                                            Gerettet nicht nur im theologisch überhöhten Sinn, sondern ganz simpel, auch die Chance hat in Liebe und Vertrauen aufzuwachsen, selbstverantwortlich sein Leben zu führen, seine Gaben und Talente zu entfalten, in Not unterstützt zu werden und Vergebung und Neuanfang in der Gemeinschaft zu erfahren.

Durch die Globalisierung sehen wir, dass das, was wir für selbstverständlich halten, nicht selbstverständlich ist. Der Inder Vishal Mangalwadi z.B. beschreibt in seinem lesenswerten Buch: „Das Buch der Mitte“, wie anders das Christentum die Welt prägte, als die Religionen Indiens und der Islam. Die Entwicklung des christlichen Abendlandes, ist nur durch die Orientierung an Jesus Christus, der Mensch gewordenen Liebe Gottes, möglich gewesen.

So schreibt auch Nikolaj Cederholm: „ Weihnachten ist vor allem das Fest, an dem wir feiern, daß die Liebe in der Welt ist. Sie wird als ein Kind geboren, und die Liebe nimmt trotz aller Widrigkeiten den Kampf auf gegen die Kräfte, die das Leben bedrohen. Es gibt deshalb nicht nur gemütliche und sentimentale Gründe dafür, daß wir Weihnachten feiern. Wir feiern das Weihnachtsfest auch, weil die Geschichte der Liebe ihre eigene Macht über uns gewonnen hat. Sie hat uns geprägt, in unserer Auffassung von uns selbst und in unserem Verhältnis zu anderen Menschen.”

Sich bewusst im Leben an Jesus zu orientieren, erfüllt uns mit Liebe und ist Rettung für uns und unsere Welt.

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                                       Ihre Pfarrerin  Sabine Decker

 

 

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Q – wie Quempas-Singen!                  

Was bedeutet Quempas-Singen? Was sind Quempas-Heftchen?

Im 16. Jahrhundert wurde in der Christmette oft eine besondere Form des Weihnachtsspieles aufgeführt. Es wurde nach dem Lied: „Quem pastores laudavere“ (den die Hirten lobeten sehre) benannt. Vier Gruppen Sänger stellten sich in die vier Ecken der Kirche und sangen jeweils eine Zeile des lateinischen und des deutschen Textes. Nach jeder Strophe antwortete die Gemeinde mit einem eigenen Vers. So konnten alle mitmachen und  jeder mit seiner Stimme in den Lob Gottes einstimmen. Ich finde das ist ein schönes Beispiel dafür, dass die unterschiedlichsten Stimmen gehört werden und doch eine Gemeinschaft der Lobenden daraus entsteht.

Das Quempas-Heftchen ist ein Liederbuch zur Weihnachtszeit, das jedem und jeder ermöglichen soll auch Zuhause Weihnachtslieder zu singen und so Gott zu loben.

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                                               Ihre Sabine Decker

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P – wie Paradiesgärtlein!

Was ist ein Paradiesgärtlein? Was hat das mit Weihnachten zu tun?

In Norddeutschland hat sich aus dem Volksglauben an die wunderbare Christnacht, der Brauch entwickelt, zu Weihnachten ein Paradiesgärtlein aufzubauen. Es werden harmonische Dorfszenen, Schäferidyllen oder adrette Bauernhöfe voller Tiere dargestellt. Sie spiegeln den Wunsch nach Frieden wieder und die Sehnsucht nach Harmonie zwischen Mensch und Natur.

So erzählen diese Gärten eine alte Legende: Jedes Jahr in der Weihnachtsnacht kommt für einige Stunden das Paradies auf die Erde. Wilde und zahme Tiere sind einträchtig beieinander, tun sich nichts und sie können sogar sprechen. Menschen können sie in dieser Nacht verstehen und durch sie auch Weisheiten erfahren, die ihnen sonst verborgen blieben.

Eine Weisheit wird damit offenbar, die Sehnsucht nach einem friedvollen Miteinander ist dem Menschen tief ins Herz gelegt. Am Heiligen Abend wenigstens für ein paar Stunden in Liebe und Frieden miteinander umgehen, wäre so ein Paradiesgärtlein in echt!

Probieren Sie es aus! Viel Freude dabei!                                               Ihre Sabine Decker

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