Archiv 2009
Abschied aus HarleshausenAbschied aus Harleshausen
Irgendwo habe ich gelesen: „Der ist reich, dem das Leben die Abschiede schwer macht.“ So gesehen bin ich ein reicher Mann. So viele Jahre habe ich mit Kollegen, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen gearbeitet, dass ich mir im Moment noch gar nicht vorstellen kann, wie es in Zukunft ohne sie alle, ohne diesen dienstlichen Alltag gehen wird. Aber es ist schön, dass wir uns erinnern können, dass Erinnerungen lebendig bleiben, so lange wir sie uns erzählen. Ob ich Ihnen ein guter Pfarrer war, das mögen Sie beurteilen. Ich habe mich bemüht, für Sie da zu sein - stets ohne Anrufbeantworter und ohne während eines Gespräches auf die Uhr zu schauen. Ich habe mich bemüht, Ihre Sorgen und Ihre Traurigkeit ernst zu nehmen, Ihnen Gottes Wort menschennah zu predigen, ohne dabei meine eigene Betroffenheit oder Position zu verhehlen. Ihre zahlreichen, oft fundierten, auch kritischen Reaktionen beim Kirchentee oder nach Beerdigungen haben mich bestärkt, bestätigt und gestützt in meiner Arbeitsweise. Ich habe stets gerne gepredigt, ob in der Erlöserkirche, den Altenheimen oder der Elena-Klinik, und offenbar haben Sie das auch gespürt. Gerne erinnere ich mich an gelungene Feste und Veranstaltungen in den verschiedenen Gruppen und Kreisen, und besonders an die gelungene Neugestaltung des Altarraumes. Bei all dem war mir meine Frau das liebste, vertrauteste und kritischste Teammitglied. Ohne ihre aktive Begleitung, ihre Mitarbeit und ihr Verständnis wäre vieles nicht möglich gewesen. Ihr gilt mein ganz besonderer Dank! Wir verlassen eine Gemeinde, die aufgeschlossen und meist wohlwollend unsere Ideen aufgenommen hat, die gut aufgestellt dem Wandel der Zeiten entgegensehen kann. Ihr Pfarrer Dieter Bartsch |
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