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Monatssrpuch Oktober 2010

„Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.
Offenbarung 3,8

„Hallo, herzlich willkommen! Schön, dass Du gekommen bist.” Mein Freund steht in der offenen Tür. „Komm rein, ich habe schon Kaffee gekocht”. Drinnen ist es warm und gemütlich, eine brennende Kerze und Kuchen stehen auf dem Tisch, und der Kaffee duftet. So ein Empfang tut gut. Ich fühle mich angenommen und geborgen. Ich habe auch schon vor verschlossenen Türen gestanden. Wenn ich schnell noch etwas einkaufen wollte, der Laden aber schon zu war. Wenn jemand nicht zu Hause war, den ich besuchen wollte. Im Laufe des Lebens bemerke ich, dass einige Türen sich für immer schließen und manche Chancen nicht mehr wiederkommen. Das ist bitter. Oft übersehe ich dann die Wege, die sich an anderer Stelle für mich auftun. Natürlich hat das auch mit dem Alter zu tun, wenn ich nicht mehr alles kann, was junge Menschen können. Und von vielen Möglichkeiten, die im Laufe des Lebens auftauchen, werden nur wenige Wirklichkeit. Und dann wieder zurück auf Anfang, geht nicht. Es gibt auch die Türen, die einmal offen waren, aber später zugeschlagen und fest verriegelt wurden. Am Anfang waren zwar der Wunsch und der Wille da, einander ein Zuhause zu geben. Doch irgendwann ließ das Verbindende nach, Worte und Gesten kamen nicht mehr an, die Herzenstüren wurden verschlossen. Das spüren Paare, die sich auseinandergelebt haben und dann vor der Trennung stehen. Das spüren auch Kinder und Eltern, wenn die Wege so unterschiedlich geworden sind, dass man nicht mehr zueinander findet, ja in Zorn und Wut auseinandergeht und die Tür für immer zuschlägt - die im Haus und die des Herzens. Das tut weh, und es bleibt eine schmerzende Narbe. Es ist ein großes Glück, wenn es uns Menschen gelingt, einander die Tür ein Leben lang offen zu halten. Wir können uns darum bemühen. Aber garantieren können wir es nicht. Gott allein kann so ein Versprechen geben. Und er bindet es nicht an ein künftiges Verhalten. Auch dann nicht, wenn ich mich verändere, seine Zusage bleibt: „Meine Tür ist und bleibt offen für dich! Niemand kann sie zuschließen.” Das ist eine gute Grundlage für mein Leben: Ich bin willkommen in Gottes Wohnung. Seine Herzenstür steht mir offen. Bei ihm finde ich ein Zuhause, das bleibt, denn „ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar“, wie es in Psalm 23 heißt. Ihr Michael Rohde

 
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Gestaltet von Gabriele Zankl.