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Monatsspruch Dezember 2010

Kehrt um!

Denn das

Himmelreich

ist nahe.

Matthäus 3,2

Jetzt ist sie wieder da, die Adventszeit, gemütlich, heimelig, mit Keksen und Kerzen - vertraut und schön. Adventszeit ist Wartezeit, eine Zeit des „Noch nicht - aber beinah doch schon". Sichtbar wird das, wenn wir Sonntag für Sonntag eine Kerze am Adventskranz mehr entzünden bis fünf Tage vor Heiligabend dann endlich alle vier leuchten.

Die Wartezeit könnte eine Zeit der allmählichen Steigerung spannungsreicher Vorfreude sein. Könnte? Ja, könnte! Denn in ihr wagen sich wohl wie in keiner anderen Zeit des Jahres (Kindheits-)Erinnerungen und Enttäuschungen hervor, werden wir verletzlicher.

In diese Zeit hinein ruft uns Johannes der Täufer zu: „Kehrt um. Denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen." Umkehr ist das Zurückgehen zu einem vorherigen Punkt. Doch wohin sollen wir umkehren? War denn jemals alles im Lot? Und wie schwer ist es, die alten eingetretenen Pfade zu verlassen. Ängstlich fragt sich der eine, ob er denn gut genug sei, um je den richtigen Platz zu finden. Unsicher denkt die andere darüber nach, welcher der angebotenen Möglichkeiten sie vertrauen kann. Umkehr?

Vielleicht wäre es besser, von einer „Nach vorn Kehr" zu sprechen, davon, das Alte friedlich zu verabschieden und hoffnungs- und vertrauensvoll nach vorn zu schauen, denn dort ist das Himmelreich nahe herbeigekommen.

So jedenfalls verheißt es uns Johannes. Wer diese Worte hören und ihre verändernde Kraft spüren will, der muss sich auf den Weg machen, wie die Menschen, denen Johannes der Täufer ursprünglich dieses Versprechen gab.

Der muss auch bereit sein, seine Schritte immer wieder zu überdenken, sie dann aber auch zu wagen. Die Zusage gilt uns allen. Und wenn wir das Alltägliche einmal hinter uns lassen, den Lärm und das geschäftige Treiben dieser Tage eintauschen gegen einen Moment der Stille, wenn wir es den Menschen gleichtun, die zu Johannes dem Täufer in die Stille der Wüste aufbrachen und hinabstiegen an das Ufer des Jordans, dann ist die Stimme zu hören, die auch uns einen neuen Anfang verheißt.

Sie spricht von dem, der sich aufmacht zu uns in diesen Tagen. Das Himmelreich ist nahe, denn Gott kommt zur Welt. Er macht sich auf, um bei uns zu wohnen. Er lässt uns neu auf unser Leben schauen, und er will uns begleiten in den kleinen und in den großen Aufbrüchen unseres Lebens. Dann wird nicht auf einmal alles klappen, denn die Adventszeit ist eben auch die Zeit des „Noch nicht". Sie präsentiert uns keine fertigen Wege, aber sie macht uns Mut zur „Nach vorn Kehr". Und dann gilt es auch für uns: Das Himmelreich ist nahe!

Eine gesegnete Adventszeit.

Ihre Sabine Kresse


 
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