Februar 2010
Gedanken zum Monatsspruch
Göttlicher Realismus
Da hat Gott seinem Volk für das Leben im verheißenen Land Regeln und Gebote gegeben, die nicht nur ein gutes Miteinander schaffen, sondern ihm auch zu Wohlstand verhelfen werden - wenn Israel sich daran hält. Ein paar Verse vorher sagt er: „Eigentlich sollte es keine Armen unter euch geben, denn der Herr, euer Gott, wird euch in dem Land, das er euch als Erbe gibt, reich segnen. … Ihr werdet so viel haben, dass ihr davon noch an andere Völker ausleihen könnt, doch ihr selbst braucht nichts zu borgen.“ Eine wunderbare Verheißung.
Und trotzdem - so sagt Gott - wird es diesen makellosen Zustand nie zu 100 Prozent geben. Es werden noch Arme im Land leben. Sie „werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden.“
Nun könnte ja einer auf die Idee kommen und sagen: „Wenn einer arm ist, dann hat er wohl die Gebote nicht befolgt.“
Oder: „Wenn einer arm ist, dann steht er nicht unter dem Segen Gottes. Also: Der Arme ist an seiner Armut selbst schuld oder steht unter Gottes Missfallen. Darum geht er mich nichts an.“
Göttlicher Auftrag
Genau diese Schlussfolgerung will Gott nicht. Er entlässt keinen aus der Verantwortung für seinen Nächsten. Er will nicht Abgrenzung oder Vorwürfe gegen den Armen, sondern Barmherzigkeit. Der Reiche soll sich um den Armen kümmern der Gesunde um den Kranken, der Starke um den Schwachen usw. Das ist Gottes Art, und davon sollen wir lernen.
· Gott hat seine Hand für uns geöffnet und uns beschenkt. Aus dieser Fülle sollen wir weitergeben. Das ist zugleich ein Dankeschön an Gott.
· Gott hat für uns ein weites Herz. So sollen auch wir unser Herz nicht verschließen (vgl. 1.Johannes 3,17).
Wie gut, dass es für viele Christen heute wie selbstverständlich ist, internationale Hilfsorganisationen zu unterstützen. Auch die Armut in Deutschland ist nicht zu übersehen.
In den letzten Jahren wurden es immer mehr „Not leidende und arme Brüder und Schwestern“ im eigenen Land.
Armut bezieht sich aber nicht nur darauf, dass niemand verhungern oder in Lumpen gehen muss, denn nicht alles, was Luther als „täglich Brot“ definiert, ist abrechenbar: so z.B. Besuche, Zuhören, Berühren, Hunde ausführen, mit Kindern lernen und spielen. Diese Dinge kosten kein Geld - allenfalls Zeit-, schaffen aber einen hohen Mehrwert.
Um anderen Menschen behilflich sein zu können, hat jeder einen anderen von Gott gegebenen Reichtum. Wenn wir andere daran teilhaben lassen, wird unsere Freude daran noch größer, und es macht uns wirklich reich.
Ihre Sabine Decker
