Mareile Eichler
Durch die Stellenkürzung wurden mir die Arbeiten wie Mähen und Winterdienst abgenommen und weitgehend durch Zivildienstleistende erledigt. Ich habe im Grunde für Sauberkeit und Ordnung in Kirche und Gemeindehaus zu sorgen, muss Räume für Veranstaltungen herrichten und die Kirche für Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Abendmahlsfeiern vorbereiten und dabei dann auch meist selbst anwesend sein. In dieser „gottesdienstlichen Tätigkeit" sehe ich für mich persönlich meine Hauptaufgabe als Küsterin. Die Betreuung und Anleitung der „Zivis" zählt auch zu meinen Aufgaben.
Bisher gibt es als weitere Hilfe Zivildienstleistende. Die fallen in Zukunft leider weg. Was nun?
In der Tat. Ab Mai wird es in der Gemeinde infolge der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht auch keine Zivildienstleistenden mehr geben. Ob und inwieweit sich in Zukunft „Freiwillige" finden, ist völlig ungewiss. Daher ist mir bisher auch nicht klar, wie die Arbeit ohne Zivi in Zukunft überhaupt erledigt werden soll.
Neben den Pfarrerinnen und dem Pfarrer bist du sicher Hauptansprechpartnerin für die Menschen in Harleshausen. Wie gehst du mit den vielen Informationen um, die du bekommst? Oft heißt es ja: „Frag Mareile, frag Frau Eichler".
Ich freue mich, wenn Menschen mich ansprechen und ich helfe gerne. Oft sind es auch belastende Dinge, die an mich herangetragen werden. In vielen Fällen bin ich Vermittlerin zu den Pfarrern oder anderen Stellen. Einige interessante Begegnungen gibt es auch in der „Offenen Kirche". Von Frühjahr bis Herbst ist die Kapelle der Erlöserkirche von 9 bis 12 Uhr für jeden zur Einkehr geöffnet.
Was lässt dich meist so fröhlich sein?
Ich weiß, dass ich von Gott angenommen und geliebt bin. Diese Zuversicht versuche ich auch anderen weiterzugeben. Gerade auch in schweren Stunden kann ich daraus Kraft schöpfen.
Hast du bestimmte Wünsche oder Bitten, die dir bei deiner Arbeit als Küsterin helfen könnten?
Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Menschen in der Gemeinde ehrenamtlich engagieren. Oft sind es kleine Dinge, die mich entlasten und der Gemeinde helfen. So ist jeder zum Beispiel nach einer Veranstaltung im Gemeindesaal herzlich eingeladen anzupacken, wenn die Bestuhlung wieder weg muss, weil der Raum anschließend von anderen Gruppen genutzt wird.
Arbeit und Ehrenamt lassen sich nicht immer klar trennen - wo liegt der Schwerpunkt deiner ehrenamtlichen Arbeit in der Gemeinde?
Dies ist zur Zeit die Hauskreisarbeit. Inzwischen wurde ein dritter Hauskreis von mir gegründet dessen Termine immer im Gemeindebrief veröffentlicht werden.
Gibt es eine besondere Begebenheit aus deiner 10jährigen Küstertätigkeit, die du erzählen kannst, ohne dass du Geheimnisse preisgibst?
Es war für mich immer ein ganz besonderes Erlebnis und eine große Freude, wenn Zivildienstleistende kamen, die ich schon als kleine Kinder kannte. Mit denen gab es eine sehr persönliche und prima Zusammenarbeit .
Auch an dich die Frage: Möchtest du persönlich unseren Leserinnen und Lesern noch etwas sagen?
Ich freue mich, viele Menschen bei meiner Arbeit kennenzulernen und dass die Räume der Gemeinde, für die ich ja die „Wächterin" bin, von vielen besucht und die Angebote der Gemeinde genutzt werden - dann arbeite ich umso lieber dafür.
Liebe Mareile, vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche dir vor allem Gesundheit, Gottes Segen, viel Kraft und auch Freude bei all deinem Tun und immer „helfende Hände" bei deiner Arbeit.
Dietmar Schaub