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Christina Schulze

War es die Musik, die Sie zum Glauben gebracht hat, oder ist die Musik zum Ausdruck ihres Glaubenslebens geworden?

Ich bin in einem stark kirchlich geprägten Umfeld groß geworden. Allerdings wurde der „liebe Gott" mir auch sehr bedrohlich und strafend dargestellt. Die Musik machte ihn für mich „liebenswert"  und den Glauben heller. Außerdem habe ich leichteren Zugang zum gesungenen als zum gesprochenen Wort.

In Harleshausen gibt es viele verschiedene Musikaktivitäten. Gibt es da auch Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen?

Aber sicher! Die Kantorei und die Blechbläser arbeiten und musizieren oft zusammen. Bei Oratorien wirkt immer das Harleshäuser Kammerorchester mit. Da wir ja erfreulich viel Musik in der Gemeinde haben, finden enge Absprachen im kirchenmusikalischen Ausschuss statt.

Wie geht es mit der Kantorei weiter, wenn Sie die Leitung abgeben wollen?

Zur Zeit leite ich drei Chöre. Den Süsterfelder Chor gebe ich nach 42 Jahren ab. Der Simmershäuser Chor löst sich leider auf.  Die Harleshäuser Kantorei wird durch Frau Daniela Welteke weitergeführt. Es freut mich sehr, dass sie den Chor übernimmt, da sie selbst lange mitgesungen hat und unter anderem von meinem Mann ausgebildet wurde und sich der Kreis damit wieder schließt.

Eins muss ich auch mal fragen. Wie steht es um die Finanzen? Aus anderen Kantoreien und Chören ist mir bekannt, dass Mitwirkende selbst die Finanzierung übernehmen. Wie ist das in unserer Gemeinde?

Sicherlich nicht viel anders. Nur die Kantorei und der Kinderchor werden aus kirchlichen Mitteln zu Teilen unterstützt. Alle anderen finanzieren sich selbst durch Spenden oder Konzerteinnahmen oder tragen sogar  zur Finanzierung der anderen bei.

An einem Ort kann man sie auch sehen und hören: In der Friedhofskapelle.  Wie kommt das?

Dazu hat mich Pfarrer von Knebel gebracht. Die Kapelle verfügt über eine gute kleine Orgel, und mir ist es wichtig geworden, dort für Menschen in der schwersten Stunde zu spielen, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Musik eine große Hilfe in der Trauer sein kann.

Gibt es in Ihrem langen Musikerleben in der Gemeinde ein besonderes Ereignis, dessen sie sich gerne erinnern?

Ein besonderes bleibendes Erlebnis gab es für mich nicht in Harleshausen aber in Süsterfeld. Bei der Aufführung der „Kleinen Orgelmesse"  von Joseph Hayden mit Chor und Orchester sang mein älterer Sohn Tilman mit 12 Jahren das Sopransolo. Es war für mich wunderschön und tief ergreifend.

Was möchten Sie persönlich unseren Leserinnen und Leser sagen?

Ich würde mich freuen, wenn die Kirchenmusik in dieser Gemeinde weiterhin so geschätzt und geachtet würde, wie ich dies in all den vielen Jahren erlebt habe und dass die Musik in ihrer Vielfalt gerade auch in den Gottesdiensten erhalten bleibt.

Frau Schulze, ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche ihnen im „Unruhestand"  alles Gute, Gottes Segen und Bewahrung und dass Sie noch oft in der Gemeinde „laut" und auch „zu sehen" sind.

Dietmar Schaub

 

 

 

 

 
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Gestaltet von Gabriele Zankl.