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Dr. Sabine Richter-Mekiffer


> Wie können Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung zu Hause sterben möchten, die Hilfe des Teams in Anspruch nehmen?
Durch Gesetz ist seit dem 1.4.2007 festgelegt, dass jeder Paliativ-patient einen Anspruch auf „spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)“ hat, die seit dem 1.4.2009 auch von den Krankenkassen bezahlt wird. Der Hausarzt ist die entscheidende Anlaufstelle. Der Hausarzt verordnet die SAPV auf einem speziellen Formblatt, und wir arbeiten dann mit ihm sehr eng zusammen.

> Was machen Sie konkret, wenn Sie bei einem Patienten sind – worin besteht ihre Hilfe?
Ziel ist immer eine gute Symptomkontrolle. Wir erkunden im ausführlichen Erstgespräch die Geschichte des Patienten, seiner Krankheit und seiner Symptome und beziehen dabei die Angehörigen und sein soziales Umfeld mit ein.
Klagen und Symptome wie z.B. Schmerzen, Angst, Übelkeit, Luftnot etc. sollen bestmöglich gelindert werden. Unser Ziel ist es, Palliativmedizin (pallium = Mantel) im wahrsten Sinne des Wortes zu leisten, d.h. den Patienten und ggf. seine Angehörigen schützend, stärkend und lindernd zu begleiten, indem wir die Lebensqualität seiner verbleibenden Zeit verbessern.

> Oft hört man Zweifel „Die leisten Sterbehilfe“. Helfen sie dazu?
Ganz klar und deutlich muss ich sagen, dass wir keine aktive Sterbehilfe leisten. Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass Patienten , die aus großer Not den Tod herbeisehnen, bei Linderung ihrer Beschwerden durchaus von diesem Wunsch Abstand nehmen und dankbar für die ihnen verbleibende Lebenszeit sind.

> Es gibt nun auch „Hospiz-Arbeit“, das heißt: Menschen begleiten Menschen - meist ehrenamtlich - auf ihrem letzten Weg zu Hause, in Heimen oder auch im Hospiz selbst. Arbeiten Sie mit der Hospizbewegung zusammen?

Die Zusammenarbeit ist sehr eng. Ein Teammitglied ist Koordinatorin im Hospizverein und vermittelt auf Wunsch Ehrenamtliche, die die Patienten und ihre Angehörigen begleiten. Auch mit dem stationären Hospiz besteht eine gute und intensive  Zusammenarbeit, da wir die Patienten auch dort weiter betreuen, falls sie dorthin verlegt werden. Ich arbeite seit Jahren ehrenamtlich im Hospizverein, indem ich dort bei der Ausbildung der Ehrenamtlichen mitwirke und im Beirat tätig bin.

> Die  Arbeit im Palliative-Care-Team stelle ich mir als sehr belastende Arbeit vor. Täglich haben Sie mit dem Tod zu tun. Wie gehen Sie damit um?
Es gibt natürlich immer wieder Situationen, die mir und uns sehr nahe gehen. Da helfen die  Gespräche im Team sehr, wir unterstützen uns gegenseitig. Wir haben zudem eine professionelle Teamsupervision.
Ganz wichtig ist für mich auch mein persönliches Umfeld:  Meine Familie, die mich stärkt und trägt, und die Musik, mit der ich abschalten kann.

> Spielt Ihr Glaube bei allem auch eine Rolle?
Ein ganz wichtiges Anliegen ist es mir, dass die Würde und Selbstbestimmung des Menschen gewahrt und bis zuletzt geachtet wird, dass der Mensch auf seinem letzten Weg nicht in Not allein sein muss.
Die Arbeit im Team ist grundsätzlich konfessionell nicht gebunden. Wir arbeiten bei Bedarf auch mit Seelsorgern anderer Konfessionen zusammen.                                                                                                                   

> Abschließende Frage: Was geben Sie unheilbar Kranken oder deren Angehörigen für einen Rat?
Ich möchte Menschen in diesen Situationen ermutigen, Hilfe anzunehmen: Neben dem persönlichen Netz gibt es  auch ein Netzwerk von professioneller Hilfe.  Ansprechpartner kann der Hausarzt sein, der Hospiz-
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verein oder auch der/die zuständige Pfarrer/in.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manchmal gerade im Bewusstsein des nahen Endes ganz besonders intensive Erlebnisse, nahe Begegnungen möglich sind, die Mut und Kraft geben können.
Vielen Dank für dieses Gespräch.                                             
Dietmar Schaub

Kontaktadressen:

DRK Palliative-Care-Team, Tel: 0561/72904140 ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Hospiz Verein Kassel e.V.,
Tel: 0561/7004-162
( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )






 
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Gestaltet von Gabriele Zankl.