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Karola Giller


Unsere Gemeinde hat drei Pfarrer - sind Sie für alle tätig oder nur für die oder den jeweils „geschäftsführenden"?

Eigentlich ist meine Tätigkeit für den geschäftsführenden Pfarrer gedacht. Tatsächlich bin ich jedoch, soweit gewünscht und möglich, für alle tätig. Erledigung von Schriftverkehr, Fertigung von Einladungen, Erstellung  von Konfirmandenurkunden oder Geburtstagsgrüßen vielfältiger Art gehören zur meinem täglichen Arbeitsablauf.

Lassen sich all diese Aufgaben in 6 Stunden wöchentlich eigentlich erledigen? Ihre Sprechzeiten sind ja mit „Di + Do 9 - 12.00 Uhr" angegeben.

Meist reicht die Zeit für alle anfallenden Arbeiten nicht aus. So manche Stunde verbuche ich dann für mich    als „ehren-amtliche Aufgabe", für die sich ja viele andere auch in unserer Kirchengemeinde einbringen.

Der Gemeindebrief befindet sich jetzt im 47. Jahrgang - wissen Sie noch, wie lange ihr Name schon dort steht?

Tja, das ist so eine Sache. Auf dem Gemeindebrief steht das „Gemeinde-büro"  mit meinem Namen jetzt   genau zwei Jahre. In der Februarausgabe 2010 wurde dieser Sachverhalt erstmals erwähnt. Tatsächlich bin ich natürlich schon viel länger da. Im März 1993 habe ich als Pfarramtssekretärin mit 6 Stunden wöchentlich angefangen. Nach der Übernahme der Geschäftsführung durch Frau Pfarrerin Decker bekam ich weitere Aufgaben übertragen. Dies hing auch mit dem Internetauftritt der Erlöserkirche zusammen und den neuen Kommunikationsmöglichkeiten. So gibt es zunehmend Anfragen über unsere Homepage, z. B. zur Fertigung von Patenscheinen, Anmietung von Räumen oder Durchführung von Veranstaltungen.

Können Sie uns auch verraten, wie Sie zu dieser Arbeit in der Kirchengemeinde gekommen sind und was der Grund hierfür war?

1987 bekam mein Mann eine Stelle bei der Feuerwehr in Kassel. Daher zogen wir nach Kassel und wohnten in Harleshausen. 1988 wurde dann unsere Tochter geboren, von Pfarrer Wondrak getauft und im Ev. Kinderspielkreis/Kindergarten angemeldet. In einem Gespräch mit der damaligen Leiterin Frau Neumann, erwähnte ich, dass ich als gelernte Verwaltungsfachfrau eine „kleine Beschäftigung" suche. Es ergab sich dann für mich völlig überraschend, dass tatsächlich kurzfristig jemand von der Kirchengemeinde für diese Aufgabe gesucht wurde. Herr Wondrak stellte mich zum 9. März 1993 für sechs Stunden in der Woche ein. Dabei ist es bis heute, auch bei mehrfachem Wechsel der Geschäftsführung, geblieben; das heißt, inzwischen habe ich eine halbe Stunde mehr Arbeitszeit, und der Aufgabenkreis hat sich ausgeweitet.

Eins müssten Sie unseren Lesern auch noch verraten: Sie wohnen in Vellmar - wieso arbeiten Sie dann in unsere Kirchengemeinde in Kassel?

Wir suchten eine andere Wohnung und fanden diese 1997 in Vellmar. Da wollte ich eigentlich aufhören. Pfarrer Bartsch hat mich jedoch überredet, dass ich weiter für die Gemeinde tätig bin. Da mir die Zusammenarbeit gefiel, blieb ich also.

Besteht über ihre berufliche Tätigkeit hinaus eine „Einbindung" in die Gemeinde?

Ja, ich fühlte und fühle mich sehr wohl in Harleshausen. Ich kenne viele Leute, war lange beim Bibelfrühstück beteiligt und nehme heute noch an der Dienstagsgymnastik teil. Gottesdienste besuchen wir allerdings in unserer „neuen" Gemeinde in Vellmar.

Wie üblich auch an Sie die abschließende Frage:  Möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern noch persönlich etwas mit auf den Weg geben?

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr Gottes Segen, seine Engel mögen Sie begleiten und Ihnen hilfreich zur Seite stehen auf all Ihren Wegen.

Frau Giller, vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude und Kraft für Ihre Arbeit in der Erlöserkirche - vor allem auch Geduld und Gelassenheit im Umgang mit den vielen Menschen, die „etwas von Ihnen wollen" - seien es Pfarrer, Ehrenamtliche, Gemeindeglieder oder andere, die in Kontakt zu Ihnen treten, auf dass Sie im März des kommenden Jahres ihr 20-jähriges Dienstjubiläum begehen können.

Dietmar Schaub

 
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